Kunterbuntes

Deckel gegen Polio– 500 Deckel für 1 Leben ohne Kinderlähmung

Heute ist Welt-Polio-Tag. Seit 1998 wird der Welt-Polio-Tag auf dem Geburtstag (28.10) des Entdeckers des Polio-Impfstoffes Jonas Salk durch UNICEF und die WHO ausgerufen, um auf die Krankheit und Aktionen zu deren Ausrottung aufmerksam zu machen.
Mit „Deckel gegen Polio“ möchte ich euch ein Projekt vorstellen, bei dem ihr ganz einfach mitmachen könnt und gleichzeitig etwas für die Umwelt tut.

Was ist Polio?

Polio (Poliomyelitis), auch als Kindelähmung bekannt, ist eine hoch ansteckende Virusinfektion, die zu bleibenden Lähmungserscheinungen und schlimmstenfalls zum Tod durch Atemlähmung führt. Deutschland ist seit 25 Jahren frei von Polio, weltweit gibt es jedoch noch drei Länder (Afghanistan, Pakistan und Nigeria), in denen die Krankheit auftritt. Eine Heilung gibt es bisher nicht – nur durch Impfungen  kann Polio weltweit ausgerottet werden.

Deckel gegen Polio

Der Verein „Deckel drauf e.V.“ hat das Projekt „Deckel gegen Polio“ 2014 gestartet. Die Idee dahinter ist denkbar einfach: es werden Kunststoffdeckel aus hochwertigen Kunststoffen (HDPE und PP) gesammelt, die sonst im Abfall oder Pfandautomaten landen. Die recycelten Deckel werden dem Recyclingkreislauf zugeführt und zu Rohren, Gartenbänke oder anderem Kunststoffteilen verarbeitet, so dass mit diesem Projekt auch ein Beitrag für die Umwelt im Sinne einer nachhaltigen Ressourcenwirtschaft geleistet wird.
Der erzielte Verkaufserlös der recycelbaren Deckel geht aktuell zu 100 Prozent an die weltweite Kampagne „End Polio Now“ mit dem Vorhaben Polio weltweit auszurotten. 500 Deckel werden benötigt, um eine Impfung zu finanzieren. Und die Bill & Melinda Gates-Stiftung spendet für jeden gesammelten Euro weitere zwei Euro, so dass sich die Sammelinitiative sogar dreifach lohnt.
Bis heute wurden bundesweit mehr als 300 Millionen Deckel gesammelt und so ca. 1,8 Millionen Schluck-Impfungen finanziert.

Mitmachen und Deckel sammeln

Grundsätzlich können alle Kunststoffdeckel von Ein- und Mehrwegflaschen, Getränkekartons (Milch, Saft), Quetschies oder auch das gelbe Überraschungsei gesammelt werden.
Pappe oder minderwertige Kunststoffe sollten vom Deckel entfernt werden. Der kleine Dichtungskreis, der in manchen Deckeln vorhanden ist, stört jedoch nicht.
Die maximale Deckelgröße darf nicht mehr als 4 cm betragen, da die Maschinen für die Granulierung ein passendes Mahlwerk benötigen und es bei zu vielen verschiedenen Größen zu Problemen bei der Verarbeitung kommt. Die Deckel von Nutella-Gläsern fallen mit dieser Regelung leider weg!
Gut zu wissen: Pfandflaschen können auch ohne Deckel abgegeben werden! Bei Glasflaschen schützt der Deckel vor Beschädigung und Verschmutzung, so dass dieser auf den Flaschen verbleiben sollte, um im Sinne des Umweltschutzes ein unnötiges Aussortieren von beschädigten Flaschen zu vermeiden.
Wichtig ist, dass keine Fremdstoffe (Metallschraubverschlüsse, Kronkorken, Korkverschlüsse) oder andere Kunststoffprodukte (Kaugummidosen, Shampooflaschen) in die Sammlung gelangen. Die Sortenreinheit ist eine wichtige Voraussetzung für die Wiederverwertung!

Abgabestelle auch in der Nähe

Die gesammelten Deckel können einfach bei einer Abgabestelle abgegeben werden. Bundesweit haben kommunale Entsorger und zahlreiche Unternehmen, Schulen oder Kindergärten interne Sammelstellen für Kunststoffdeckel eingerichtet. Bei EDEKA am Pfandautomaten und bei DM habe ich solche Abgabemöglichkeiten schon oft gesehen.
Hier findet ihr auch eine Abgabestelle in eurer Nähe.
Um das Projekt zu unterstützen, kann man auch eine eigene Sammelstelle einrichten und/oder Lagerfläche (für 8 Kubikmeter) als regionale Lagerstelle zur Verfügung stellen.

Mein Kunterbunt und lebensfroh Tipp:

Es ist wirklich nur eine ganz kleine Umstellung nötig, um hier etwas Gutes zu tun. Bevor die Milchpackung in den gelben Sack wandert oder die PET-Flasche im Pfandkorb, einfach noch schnell den Deckel abschrauben. Ich habe mir schon vor Jahren einen kleinen Behälter in den Hauswirtschaftsraum gestellt, in dem ich die Deckel bis zur Abgabe sammle. Ganz schnell hat sich das Abschrauben automatisiert.

Und für alle mit Kleinkind unter euch: mit einer Dose (z.B. Cappuccino) könnt ihr ein ganz tolles Sortierspiel für die Kleinen selbst basteln: Einfach Dose bekleben und einen Schlitz in den Deckel machen, fertig! Am Anfang haben wir den Deckel komplett weggelassen und dann wurden die Deckel nur so ein und ausgeräumt, aber mittlerweile wandern die Deckel zielsicher in den Schlitz. 🙂

Ich würde mich freuen, wenn ich euch zum Mitmachen motivieren konnte. Erzählt gerne auch euren Freunden, Kollegen und Nachbarn von dem Projekt.

Viel Spaß beim Sammeln!
Liebe Grüße Angie

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